Jihadistische Propaganda im Internet
© Screenshot eines IS-Videos

Jihadismus

Der Begriff „Jihad“ bedeutet im Arabischen wörtlich „Anstrengung“. Jihadistische Islamisten interpretieren den Jihad als einen gewalttätigen Kampf und damit als „Heiligen Krieg“. Sie verstehen sich dabei als „Gotteskrieger“. Gewalttaten werden für sie angeblich durch den Islam gerechtfertigt bzw. zu einem Befehl Gottes erklärt.

Einer solchen Auslegung des „Jihad“ steht die in der islamischen Tradition verankerte Auslegung als „großer Jihad“ gegenüber, der definiert ist als Kampf der Gläubigen mit sich selbst, um Gott nahe zu sein, also nicht als gewaltsame Auseinandersetzung, sondern als individuelles Bemühen um den Glauben.

Jihadisten reduzieren den Begriff demgegenüber allein auf den bewaffneten Kampf und verstehen ihn damit primär militärisch. Für sie ist es die individuelle Pflicht eines jeden Muslims, sich am bewaffneten Kampf gegen aus ihrer Sicht unislamische Verhältnisse zu beteiligen. Die fünf Säulen des Islam (Glaubensbekenntnis, Gebet, Abgaben, Fasten im Monat Ramadan, Pilgerreise nach Mekka) werden durch Jihadisten um eine sechste Säule erweitert, die Pflicht zur Teilnahme am gewaltsamen Jihad.

Jihadistische Propaganda

Jihadisten nutzen insbesondere das Internet als Medium zur Verbreitung ihrer Botschaften und zur Popularisierung eines „individuellen Jihad“. Die im Internet verbreitete Propaganda und „virtuelle“ Netzwerke tragen dazu bei, dass sich Aktivisten und Sympathisanten des globalen Jihad als Teil einer großen Bewegung begreifen. In jedem Land der Welt können sich Jihadisten mit Lehrmaterial aus dem Internet ausbilden, um am gewaltsamen Kampf teilzunehmen. „Home grown“-Terroristen können sich somit in ihren Heimatländern jihadistisch betätigen, ohne unmittelbar in eine terroristische Gruppierung eingebunden zu sein.

Jihadistische Propaganda hat im Syrienkonflikt einen neuen Höhepunkt erreicht. Viele westliche Kämpfer dokumentieren ihre Kampfhandlungen in Propagandavideos. Bei Kampfeinsätzen getötete Gewalttäter werden als „Märtyrer“ für die Sache Gottes und als Vorbilder dargestellt.