Anti-Islam

Wahlplakat der NPD

Rechtsextremistische Muslimenfeindlichkeit ist eine moderne Form der Fremdenfeindlichkeit. Rechtsextremisten schüren Überfremdungsängste und Vorurteile gegenüber der Religion des Islam und insbesondere gegenüber Muslimen, um die öffentliche Meinung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Muslime werden pauschal als Bedrohung der inneren Sicherheit dargestellt.

Seit einigen Jahren gewinnt das Aktionsfeld „Anti-Islam“ in der rechtsextremistischen Szene an Bedeutung. Rechtsextremisten beteiligen sich beispielsweise an Diskussionen um den Bau von Moscheen, versuchen dort, das Wort zu erhalten und die Veranstaltungen als Plattform für ihre rechtsextremistische Agitation zu nutzen.

Die Ablehnung der Muslime basiert auf dem rassistischen „Volksgemeinschafts“-Gedanken: Demzufolge gehören Muslime einer „raumfremden“ Religion an und werden als „undeutsch“ abgelehnt. Rechtsextremisten sprechen den Muslimen das Recht als gleichwertige Menschen ab. Sie unterstellen ihnen eine pauschale Minderwertigkeit und fordern beispielsweise, Muslimen bestimmte Grundrechte gar nicht oder nur eingeschränkt zuzugestehen.

Muslime als „Sündenbock“

Zudem wird der Islam mit negativ besetzten Begriffen wie „Sozialschmarotzertum“ und „religiös motivierter Landnahme“ in Verbindung gebracht. Muslime werden damit zum „Sündenbock“ für vielfältige soziale und wirtschaftliche Problemlagen gemacht. Damit versuchen die Rechtsextremisten insbesondere solche Bevölkerungskreise zu erreichen, sie sich selbst als sozial benachteiligt wahrnehmen. Die Haltung von Rechtsextremisten gegenüber dem Islam lässt allerdings auch eine gewisse Ambivalenz erkennen: Außenpolitisch wird die islamische Welt als Verbündeter gegen den US-amerikanischen Imperialismus und das jüdische Israel angesehen. Bei Demonstrationen gegen die Palästina-Politik Israels mischten sich Rechtsextremisten wiederholt unter die Teilnehmer. An der grundsätzlichen, rassistisch motivierten Ablehnung von Muslimen durch die Rechtsextremisten ändert dies jedoch nichts.