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Rechtsextremistische Demonstrationen und Konzerte

Demonstrationen und Konzerte sind zentrale Bestandteile des rechtsextremistischen Aktionismus. Sie bieten den Szeneangehörigen ein Gruppenerlebnis und festigen so den Zusammenhalt, dienen aber auch der Rekrutierung neuer Anhänger.

Grundsätzlich erzeugen sowohl Konzerte als auch Demonstrationen einen gewissen Eventcharakter für die rechtsextremistische Szene. Während bei Konzerten das Erlebnis im Vordergrund steht, geht es bei Demonstrationen auch um das öffentliche Eintreten für die rechtsextremistischen politischen Ziele: Die NPD spricht vom „Kampf um die Straße“.

Demonstrationen

Rechtsextremistische Demonstrationen finden meist anlässlich von für die Szene bedeutenden Daten oder auf Grund aktueller Ereignisse statt, beispielsweise zum Volkstrauertag, den Rechtsextremisten – dem nationalsozialistischen Begriffsgebrauch folgend – zum „Heldengedenken“ umdeuten. Vor dem Hintergrund steigender Asylbewerberzahlen demonstrieren Rechtsextremisten zudem vermehrt im Umfeld von Asylbewerberunterkünften und versuchen damit, Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Zugleich stellen sie sich selbst als Anwalt der angeblichen Interessen der Bevölkerung dar. Eine ähnliche Strategie verfolgen Rechtsextremisten, wenn sie jährlich zum 1. Mai eine Kundgebung mit sozialpolitischen Themen durchführen. Sie instrumentalisieren damit soziale Problemlagen und versuchen zugleich, vordergründig von ihrer verfassungsfeindlichen Ideologie abzulenken.

Konzerte

Während bei Demonstrationen das Gemeinschaftserlebnis mit öffentlicher Wirkung verbunden wird, wurden Konzerte in den letzten Jahren meist konspirativ vorbereitet und durchgeführt und blieben somit weitgehend ohne Außenwirkung. Konzerte dienen vorrangig dazu, die Gruppenidentität zu stärken und sind Ausdruck rechtsextremistischen Lebensgefühls. Zudem dienen sie der Rekrutierung neuer Aktivisten, indem sie junge Menschen durch Musik und Gemeinschaftserlebnis anpolitisieren. Daneben spielen auch finanzielle Aspekte bei der Veranstaltung von Konzerten eine Rolle.

Aufgrund des intensiven Überwachungsdrucks der Sicherheitsbehörden gelingt es den Veranstaltern in Bayern nur noch selten, rechtsextremistische Konzerte durchzuführen.