Screenshot des Facebook-Headers der NPD Bayern

Medien

Die propagandistischen Aktivitäten von Rechtsextremisten haben sich in den letzten Jahren immer stärker ins Internet verlagert. Damit passen sich die Rechtsextremisten dem veränderten Mediennutzungsverhalten an. Das Internet dient ihnen als Propaganda-, Rekrutierungs- und Koordinationsmedium. Alle wesentlichen rechtsextremistischen Parteien und Organisationen verfügen über eine eigene Homepage. Die Zahl der von deutschen Rechtsextremisten betriebenen Internetseiten bewegt sich seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Allerdings lässt sich auch eine starke Fluktuation beobachten. So ist die Lebensdauer der einzelnen Seiten oftmals sehr kurz, d.h. sie werden nur kurze Zeit gepflegt und verschwinden schnell wieder aus dem Netz. Gelegentlich bleibt offen, ob eine gefestigte Gruppe dahinter steht oder die Seiten nur das Projekt einzelner sind.

Soziale Netzwerke

Rechtsextremisten sind im Internet nicht nur mit eigenen Homepages vertreten. Sie nutzen insbesondere auch soziale Netzwerke, um sich auszutauschen oder neue Interessenten zu werben. So sind Rechtsextremisten in Facebook, Google+ oder dem russischen sozialen Netzwerk VK.com aktiv. Dort gründen sie geschlossene Gruppen, Foren und Chats zur szeneninternen Kommunikation. Der hohe Verbreitungsgrad macht soziale Netzwerke für Rechtsextremisten zudem als Propagandaplattform attraktiv. Zu unverfänglichen, emotionalisierend wirkenden Themen werden eigene Aktionsseiten eingerichtet. Mehr noch als bei offensichtlich rechtsextremistischen Homepages besteht in sozialen Netzwerken und auf Videoportalen die Gefahr, dass Jugendliche und Heranwachsende, ohne es zu bemerken, rechtsextremistischer Propaganda ausgesetzt sind. Zwar gelingt es den Providern immer wieder, rechtsextremistische Videos ausfindig zu machen und zu entfernen. Videos neonazistischer Kameradschaften und Parteien, Aufnahmen ihrer Demonstrationen und Musikclips.

Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz hat in diesem Zusammenhang einen Film produziert, der über die Gefahren von Manipulation und Radikalisierung in sozialen Medien aufklärt. Der Erklärfilm „10 Tipps wie du dich nicht verarschen lässt“ gibt Nutzerinnen und Nutzern 10 Tipps an die Hand, wie sie durch umsichtiges Verhalten in sozialen Netzwerken vermeiden können, selbst in die Fänge von Extremisten zu geraten.

Der Film ist auf dem Youtube-Kanal der Bayerischen Staatsregierung abrufbar unter folgendem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=nI6gGMIxCRw&feature=youtu.be

Rechtsextremistische Musik

Auch rechtsextremistische Musik wird über das Internet verbreitet. Das erfolgt sowohl über die Internetplattform Youtube als auch über eigene Internet-Radios und Internet-Fernsehangebote. Von Weiden i.d.OPf. aus betreibt seit 2007 der bayerische NPD-Funktionär Patrick Schröder das rechtsextremistische Internetradio „Radio FSN“ (Frei-Sozial-National) sowie seit August 2012 auch das Internet-TV „FSN-TV“. Neben Interviews mit Protagonisten aus der rechtsextremistischen Szene werden in moderierten Beiträgen, die auch heruntergeladen werden können, Aktionshinweise, Demonstrationstermine und Informationen über aktuelle Ereignisse innerhalb des rechtsextremistischen Spektrums verbreitet.

Neben dem Internet werden aber auch klassische Medien wie Buch oder Zeitung weiterhin genutzt. So verfügt die NPD mit der Zeitung „Deutsche Stimme“ über ein parteieigenes Organ. Auch die „National Zeitung“, das Parteiorgan der 2010 mit der NPD fusionierten Deutschen Volksunion (DVU), existiert weiterhin und verbreitet fremdenfeindliche, nationalistische und revisionistische Argumentationsmuster.

Fanzines

Insbesondere in der Skiheadszene waren lange Zeit sogenannte Fanzines weit verbreitet. Der Name leitet sich von den beiden Begriffen „Fan“ und „Magazin“ ab. Fanzines sind von der Szene für die Szene produzierte Heftchen, die oftmals nur aus zusammenkopierten Seiten bestehen. In den rechtsextremistischen Fanzines wurden Szeneneuigkeiten ebenso wie Musik und Konzerte besprochen. Die Fanzines waren eine wichtige Nachrichtenbörse für die rechtsextremistische Szene. In Zeiten des Internets, das im Vergleich zu Printprodukten eine deutlich kostengünstigere Verbreitung ermöglicht, spielen sie jedoch kaum noch eine Rolle.