Wortergreifung

„Wortergreifung“ meint die gezielte verbale Konfrontation mit Vertretern der demokratischen Zivilgesellschaft in der Öffentlichkeit. Dazu missbrauchen Rechtsextremisten insbesondere Diskussionsrunden und Informationsveranstaltungen. Aber auch in Internetforen, am Arbeitsplatz, in Vereinen oder Bürgerversammlungen versuchen Rechtsextremisten, Diskussionsteilnehmer zu verunsichern, die Veranstaltungen inhaltlich zu dominieren und letztlich die Meinungsführerschaft zu übernehmen.

„Keine Diskussion über Neonazis ohne Neonazis“ ist inzwischen eine zentrale Leitlinie der Rechtsextremisten. Die rechtsextremistischen Akteure stören dabei nicht mehr ausschließlich durch ein aggressives und provokantes Auftreten. Vielmehr treten sie häufig bürgerlich auf und versuchen, die Diskussion in ihrem Sinne zu beeinflussen. Der vermeintliche Dialog ist Teil der „Normalisierungsstrategie“ der Rechtsextremisten. In vorbereiteten und rechtlich häufig unangreifbaren Redebeiträgen sollen die Argumente demokratischer Kräfte „bloßgestellt“ und geschwächt werden.

Rechtsextremisten sind sich darüber im Klaren, dass sie von Veranstaltungen ausgeschlossen werden können. Dies provozieren sie oftmals bewusst. In solchen Situationen versuchen Rechtsextremisten Sympathiepunkte als vermeintliche Opfer einer ungerechten Ausgrenzung zu gewinnen.