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>> 03.08.2007
Urlaubszeit = Reisezeit - wie man böse Überraschungen im Urlaub vermeidet

Durch die nach wie vor anhaltende Gefahr von Terroranschlägen haben Sicherheitsaspekte weltweit weiter zunehmend an Bedeutung gewonnen. Auswirkungen hiervon erleben wir u.a. vor Beginn von Flugreisen auf den Flughäfen durch die verschärften Personen- und Gepäckkontrollen, und die Einschränkungen bei der Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck.

Neben der unverändert hohen Gefahr terroristischer Anschläge dürfen jedoch die Gefahren, die insbesondere deutschen Firmen durch die Spionageaktivitäten fremder Nachrichtendienste drohen, nicht vernachlässigt werden.

Hoch technisierte deutsche Firmen mit ihrem Know-how, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen, sind für fremde Nachrichtendienste bzw. deren Staatsführung begehrte Zielobjekte. Die Ausforschungsaktivitäten ausländischer Nachrichtendienste gegen deutsche Unternehmen nehmen gerade in Zeiten des wachsenden internationalen Wettbewerbes, der steigenden Globalisierung und dem damit einhergehenden Investitionsdruck gleichermaßen zu.

Daher ist es notwendig, auch oder gerade im Urlaub, nicht das Bewusstsein für sensible Daten und deren Schutz zu verlieren.

Auslandsreisen von Diplomaten, Bundeswehrangehörigen, Politikern und deren Beratern, Mitarbeitern von Sicherheitsbehörden, aber auch oder gerade Reisen von Firmenangehörigen und Wissenschaftlern aus dem Bereich der Entwicklungs- und Forschungsbranche u.ä., werden häufig von Nachrichtendiensten genutzt, um sich Informationen zu verschaffen.

Ansatzpunkte für mögliche Erpressungsversuche durch ausländische Nachrichtendienste können vermeintliche oder tatsächliche Gesetzesverstöße sowie kompromittierendes Verhalten im jeweiligen Urlaubsland liefern.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Ansatzpunkt für fremde Nachrichtendienste bietet der Aufbau einer persönlichen, oftmals auch intimen Beziehung in ungezwungener Urlaubsatmosphäre. Dabei wird versucht – auch über die Urlaubszeit hinaus – eine möglichst langfristige Beziehung aufzubauen, um so an vertrauliche Informationen aus dem Berufsleben zu gelangen.

Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz empfiehlt deshalb:

Informieren Sie sich vor Reiseantritt über die politische Situation und die Gepflogenheiten im beabsichtigten Urlaubsgebiet,
Informieren Sie sich über die Visa- und Meldebestimmungen,
Informieren Sie sich über die Ein- und Ausfuhr von Devisen,
beachten Sie die einschlägigen Ein- und Ausfuhrbestimmungen, insbesondere bei Kunstgegenständen und Antiquitäten, aber auch bei Erinnerungsstücken wie Steine und Muscheln (Artenschutzbestimmungen!),
beachten Sie Fotografierverbote bestimmter Objekte und Einrichtungen,
denken Sie an die unterschiedlichen Sitten und Moralvorstellungen.

Verstöße gegen Vorschriften und Gesetze können Ihnen als Urlauber erhebliche Probleme – bis hin zur Inhaftierung – bereiten. In manchen Staaten werden solche Verfehlungen, neben den polizeilichen Konsequenzen, auch für nachrichtendienstliche Ansprachen genutzt.

Für weitergehende Informationen ist das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz unter der Telefonnummer 089 / 31 20 10 oder per eMail unter poststelle@lfv.bayern.de zu erreichen.

Außerdem veröffentlicht das Auswärtige Amt in Berlin auf seiner Homepage www.auswärtiges-amt.de aktuelle Reisewarnungen bzw. Sicherheitshinweise und Reisemerkblätter.

So kann jeder Reisende durch frühzeitige Information und Sensibilisierung seinen eigenen Beitrag zu sicherheitsbewusstem und situationsgerechtem Handeln leisten, so dass der Urlaub zur schönsten Jahreszeit und nicht zu einem Albtraum wird.