Ein Anhänger der Ülkücü-Bewegung
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Türkischer Rechtsextremismus

Der türkische Nationalismus entwickelte sich als Reaktion auf die nationalistischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts in Europa. Er verfolgte die Idee der Einheit aller Türken als Gegenentwurf zum multiethnischen Osmanischen Reich. Diese Idee hat sich im türkischen Rechtsextremismus bis heute erhalten:

Graue Wölfe

Die sogenannte Ülkücü-Bewegung strebt nach einer „Großtürkei“ in den Grenzen des Osmanischen Reichs. Sie fordert die „Wiedervereinigung“ aller Turkvölker vom Balkan bis Zentralasien in einem Staat. Symbol der Bewegung ist ein mit fünf Fingern stilisierter Wolfskopf, weshalb die Anhänger der Bewegung auch als „Graue Wölfe“ bezeichnet werden.

Die Anhängerschaft der Ülkücü-Bewegung ist zum Teil in so genannten Kultur- und Idealisten-Vereinen wie die TÜRK FÖDERATION oder auch Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Europa“ (ADÜTDF) organisiert.

Die rechtsextremistische Ülkücü-Jugendbewegung organisiert sich überwiegend über soziale Netzwerke und lässt eine erhöhte Gewaltbereitschaft, insbesondere gegenüber der kurdischen Volksgruppe, erkennen. Einschlägige Symbole der Ideologie werden mit Musik und aggressiven Texten unterlegt. Dabei werden zumeist Kurden als Feinde verbal verunglimpft und das Türkentum besonders hervorgehoben.

In Bayern wirbt die ADÜTDF um neue Mitglieder mit Hilfe von kulturellen, religiösen und sportlichen Veranstaltungen. Schwerpunkt sind die Ballungsräume München, Nürnberg und Augsburg.