Salafismus

Bundesweit ist eine weit verzweigte, heterogene „Infrastruktur“ des Salafismus festzustellen. Die salafistische Szene ist allerdings meist nur lose organisiert und weist eine hohe Dynamik auf. Feste, formale Organisationsstrukturen sind in der Regel nicht vorhanden. Eine Ausnahme hiervon bilden örtliche salafistische Vereine, die häufig gleichzeitig als Träger salafistisch geprägter Moscheen fungieren. Daneben gibt es zunehmend lose Personennetzwerke oder autonom agierende Einzelpersonen, die salafistische Aktivitäten entfalten.

Moscheen

Obwohl sich die Missionierungsarbeit im salafistischen Spektrum zunehmend auf den nicht öffentlichen Raum verlagert, dienen Moscheen nach wie vor als Plattform für salafistische Vortragsveranstaltungen sowie als Treff- und Kontaktpunkte für Teile des salafistischen Personenpotenzials.

Salafistisch geprägte Moscheen in Bayern sind die im Regierungsbezirk Schwaben verortete „Salahuddin Moschee“ des Vereins „Islamischer Verein Augsburg e. V.“ in Augsburg sowie die Moschee des Vereins „Islamisch albanisches Zentrum Ulm e. V.“ mit Sitz in Neu-Ulm.

In München sind die „El-Salam“ Moschee des Vereins „Islamische Föderation München e. V.“ und die „Taufiq“-Moschee des Vereins „Somalischer Verein für Kultur, Familien, Jugendliche und Integration in Bayern e. V.“ zu nennen.

Entsprechende Moscheen im Regierungsbezirk Oberpfalz sind die Moschee des Vereins „Islamisches Zentrum Weiden e. V.“, die „As-Salam“-Moschee des Vereins „Islamisches Zentrum Schwandorf e. V.“ in Schwandorf sowie die „Al-Rahman“-Moschee des Vereins „Islamisches Zentrum Regensburg e. V.“ Der letztgenannte Verein hat zudem die Trägerschaft der Treuhandstiftung „Islamische Stiftung Regensburg“ inne.

Anwerbeversuche unter Flüchtlingen

Auch Flüchtlinge können in den Fokus der salafistischen Szene geraten. Generell bieten Flüchtlinge in Deutschland nicht zuletzt der salafistischen Szene eine Gelegenheit, um unter dem Vorwand der humanitären Hilfe die eigene Ideologie zu verbreiten. Als besonders gefährdet für islamistische Anwerbeversuche gelten unbegleitete Minderjährige Ausländer (UMA), die auf der Suche nach sozialer Unterstützung sind.

Ansprachen von Islamisten in oder um Flüchtlingsunterkünfte/n haben seit dem Höhepunkt des Flüchtlingszuzugs 2015/2016 nachgelassen. Ein organisiertes Vorgehen der islamistischen Szene in Bayern ist dabei nicht feststellbar. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass Islamisten weiterhin in Einzelfällen versuchen, Flüchtlinge längerfristig für ihre Ideologie zu gewinnen. Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz informiert u. a. mit einem Faltblatt über mögliche Anwerbeversuche von Islamisten unter Flüchtlingen.

Hohe Präsenz im Internet

Die salafistische Szene weist bundesweit eine auffällig hohe Präsenz im Internet auf. Auch in Bayern sind Salafisten im Internet sowohl regional als auch überregional stark vernetzt und sehr aktiv, vor allem in sozialen Netzwerken und auf Instant-Messaging-Diensten. Die zahlreichen Internetauftritte dienen der Verbreitung salafistischer Ideologie, der Rekrutierung neuer Anhänger sowie der Ankündigung und Einladung zu Veranstaltungen.