Salafistische Internetpropaganda, auf die Zielgruppe "Kinder" zugeschnitten
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Internet

Islamisten nutzen das Internet als Propaganda-, Kommunikations- und Steuerungsmedium. Es ermöglicht einen einfachen, schnellen, kostengünstigen und anonymen Informationsaustausch. Zahlreiche Webseiten, auch in deutscher Sprache, sorgen für eine weltweite Verbreitung der islamistischen Ideologie und tragen maßgeblich zur Radikalisierung vorwiegend junger Menschen bei. Jihadistische Islamisten aus jedem Land der Welt können sich mit Lehrmaterial aus dem Internet ausbilden, um am weltweiten Kampf teilzunehmen (sogenannter Open Source Jihad). Durch diese globale Vernetzung begreifen sich Aktivisten und Sympathisanten als Teil einer großen Bewegung, selbst wenn sich die Ziele und Handlungsmotive teilweise stark unterscheiden.

Islamistische Internetseiten sind oftmals professionell aufbereitet, ändern häufig ihr Erscheinungsbild oder sind nur kurzzeitig abrufbar. Auf eigenen Aktionsseiten stellen islamistische Prediger oder Projekte wie die Koranverteilungsaktion „LIES!“ umfangreiches Propagandamaterial zur Verfügung.

Diskussionsforen und Chatrooms dienen in erster Linie dem Informationsaustausch unter Gleichgesinnten und der Vertiefung der islamistischen Weltanschauung. Oftmals gibt es gesonderte passwortgeschützte Bereiche, die auch von Jihadisten genutzt werden.

Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke bieten der islamistischen Szene ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten. Über integrierte Chats und Interessengruppen können neue potenzielle Mitstreiter angesprochen werden. Hinweise zu anstehenden Veranstaltungen werden mittels virtuellen Flyern über die Freundesnetzwerke automatisiert einem großen Publikum zugänglich gemacht.

Über Kurznachrichtendienste wie z.B. Twitter sind islamistische Akteure in der Lage, Nachrichten und Aufrufe in Echtzeit zu verbreiten. Die Nutzung solcher Dienste ist in der Regel kostenfrei und erfordert keinerlei Programmierkenntnisse. Berichte aus Krisenregionen wie Syrien, dem Irak oder Afghanistan werden so schnell und unkompliziert in der Szene verbreitet.

Ebenfalls rege genutzt werden Videoportale wie z.B. YouTube. Viele islamistische Prediger stellen dort Videos ihrer Predigten ein. Jihadisten verbreiten über solche Portale teilweise äußerst grausame Videos von Gewalttaten und Hinrichtungen sowie Rekrutierungsvideos, mit denen neue Kämpfer geworben werden sollen.

Online-Magazine

Gezielt für das Internet konzipiert sind zudem jihadistische Online-Magazine wie Inspire (al-Qaida) oder Rumiyah (Islamischer Staat). Darin werden u. a. einfache Anleitungen zum Bombenbau und zum Umgang mit Waffen präsentiert. Auch in Deutschland wurden bereits Versuche festgestellt, die in Inspire beschriebenen Anleitungen zur Bombenherstellung umzusetzen.